Über 100 Jahre mit der Landschaft der Mittelahr eng verbunden

Aus der Chronik der Eifelvereins-Ortsgruppe Altenahr

Als am 22.Mai 1888 in Bad Bertrich der Eifelverein gegründet wurde, war es erklärtes Ziel, sich für die Eifellandschaft und ihre Bewohner einzusetzen. Die hiermit verbundenen Überlegungen bezüglich Verkehrserschließung, Wirtschaftsförderung, Natur- und Landschaftsschutz sowie Erschließung der Landschaft mit ihrem historischen und kulturellen Reichtum für die Erholung suchenden Menschen fanden auch in Altenahr begeisterte Aufnahme.

Die Gründerjahre

So kam es schon 1889 zur Gründung des "Zweigvereins Altenahr im Eifelverein", der sich mit dem Verkehrsverein für die Erschließung der Wein- und Felslandschaft um Altenahr einsetzte und über die Publikationen des Eifelvereins für das gastliche Angebot Altenahrs warb.

Man erschloss die Umgebung durch ein gut ausgebautes Wegenetz, zum Teil erst möglich durch Bau von Brücken im Langfigtal und von Treppen im steilen Fels, sorgte für ausreichende Beschilderung, schuf Aussichtspunkte, errichtete Ruhebänke und bemühte sich um die Verschönerung des Ortes.

Die örtlichen Bemühungen fanden u.a. darin Anerkennung, dass der "Verbandstag der deutschen Touristenvereine"(der heutige Deutsche Wandertag) 1903 in Altenahr stattfand. 1906 folgte die jährliche Hauptversammlung des" Historischen Vereins für die Geschichte des Niederrheins" mit einer Ausstellung der "Altertümer des Ahrtals" in Altenahr.

Von einer Wandertätigkeit der Ortsgruppe Altenahr wird in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens nichts berichtet. Die Mitgliederzahl bewegte sich in dieser Zeit zwischen 20 und 25 Personen.

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Eifelführer aus dem Jahre 1911                Wanderkarte von 1927                Wanderkarten 1927, 1959, 2001

 

Zwischen den beiden Weltkriegen

Die rege Vereinsarbeit wurde durch den 1.Weltkrieg und die Nachkriegsjahre mit Rheinlandbesetzung und Inflation eingeschränkt. Im April 1925 berichtet der Chronist stolz von den neuen Aktivitäten und zählte anlässlich der Hauptversammlung 75 Mitglieder.

Neben weiteren Maßnahmen zur Landschaftserschließung gab die Eifelvereins-Ortsgruppe zusammen mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein eine eigene Wanderkarte mit den Hauptwanderwegen und den örtlichen Rundwanderwegen heraus. Auch der Bau der Jugendherberge im Langfigtal 1927, der heutigen Naturschutz-Jugendherberge, wurde wesentlich vom Vorstand der Altenahrer Ortsgruppe initiiert.

Erstmals wurden in den 20er Jahren regelmäßig Monatswanderungen durchgeführt, wobei im Wanderprogramm auch die damals neu entstandenen Wanderziele Krausbergturm und Steinerberg erscheinen. In den 30er Jahren, in denen mehr Wert aufs Marschieren als aufs Wandern gelegt wurde, kam die Wandertätigkeit zum Erliegen. Viele Mitglieder verließen aus unterschiedlichen Gründen den Eifelverein, der schließlich auf 13 Mitglieder zusammenschrumpfte.

Erfolgreiche Arbeit der letzten 50 Jahre

Mit dem Jahr 1956 tritt der Eifelverein Altenahr wieder mehr in Erscheinung.Ende des Jahres werden bereits 45 Mitglieder gezählt, eine Zahl , die inzwischen in 2005 auf stolze 288 gestiegen ist.

Im Zuge wachsender Freizeit, einem neuen Verständnis von Natur und Umwelt sowie dem Wunsch, im Kreis gleichgesinnter Wanderfreunde die einmalige Ahrlandschaft zu erleben und die Geselligkeit zu pflegen, rückte die Wandertätigkeit in den Mittelpunkt der Aktivitäten und ist es bis heute geblieben. Es ist daher nicht verwunderlich , wenn der jährliche Wanderbericht, etwa für 2004, um die 40 Wanderungen mit insgesamt etwa 1500 Teilnehmern, neben den Mitgliedern auch viele Gäste, ausweist. Dabei erstreckt sich das Wanderangebot über Halbtags- und Tageswanderungen in der näheren Umgebung sowie Fahrrad-Wanderungen bis hin zu Wanderungen im weiteren Umfeld der einmaligen Eifellandschaft, die dann mit Eisenbahn oder PKW durchgeführt werden. Das reine Wanderangebot wird ergänzt durch gesellige Veranstaltungen wie Ostereiersuchen, Nikolauswanderung oder Abend- bzw. Jahresabschlusswanderung.Außerdem bietet die Ortsgruppe seit einigen Jahren Wanderwochende an.
Zu den regelmäßigen Angeboten zählt der Wandertag " Zwischen Fels, Wald und Reben" am 3.Oktober, der seinen krönenden Abschluss an der Schutzhütte "Eifelblick" findet und jährlich von einigen hundert Wanderfreunden besucht wird. Größere Veranstaltungen waren in der Vergangenheit auch die Frühjahrstagungen des Hauptvereins, die 1970 und 1989 zum 100jährigen Bestehen der Ortsgruppe in Altenahr stattfanden.

 

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Gruppe auf dem Steinerberg 1957            Wanderung Lochmühle 1956               Einweihung Eifelblick 1970

 

Eng verbunden mit dem Wandern ist das Bemühen um die Erschließung der Landschaft. Hierzu rechnen die Betreuung der Wanderwege, unter denen rund 20 km Hauptwanderwege und 72 km örtlicher Rundwanderwege regelmäßig überprüft und markiert werden. Über das Wandern um Altenahr informiert eine Wanderkarte "Altenahr und Umgebung", die 1959 erstmals von der Ortsgruppe herausgegeben wurde und inzwischen in 5.verbesserter Auflage vorliegt. Als zusätzliche Information für interessierte Wanderer errichtete die Ortsgruppe im Gebiet der Gemeinde Wandertafeln, zwölf im Jahre 1990 und 2001 erneut 24 Stück als Ersatz für die inzwischen überalterten.

Unter den Wandereinrichtungen ist vor allem die Schutzhütte "Eifelblick" zu nennen, die 1969 durch den ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder sowie die Finanzierung der Materialien durch die Ortsgruppe entstand und 1970 anlässlich der Frühjahrstagung vom damaligen Hauptvorsitzenden Dr. Schramm eingeweiht wurde. Seitdem wurde der Hüttenbereich laufend gepflegt und ergänzt, durch zusätzliche naturbezogene Sitzgruppen , eine Grillhütte, Angebote für die Kleinen und die umweltgerechte Pflege des Umfeldes. Dies erfolgte alles, wie auch die vielen Unterhaltungsarbeiten, in vielen Stunden unermüdlicher Arbeit der Mitglieder.

Im Bereich des Landschafts- und Naturschutzes hat die Eifelvereins-Ortsgruppe in der Vergangenheit oft auf negative Erscheinungen hingewiesen, aber auch tatkräftig zur Abhilfe von Missständen beigetragen. Ob im Hüttenbereich für Sauberkeit gesorgt wurde, Bäume gepflanzt und Nistkästen angebracht und gewartet wurden oder entlang der Wanderwege Ordnung geschaffen wurde, stets waren unsere Wanderfreunde eifrig dabei. Entsprechendes Engagement erfolgte bei gemeinschaftlichen Aktionen mit andern örtlichen Vereinen oder Arbeiten im Zusammenhang mit dem Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" in den 1980er und 1990er Jahren.

Ein weiteres Betätigungsfeld war und ist die Kultur- und Heimatpflege. Viele Vorträge, Diaschauen und Filme sowie heimatkundliche Wanderungen und Fahrten vertieften das Wissen um die Heimat. Unter den weiteren Aktivitäten ist die Übernahme des Volksbildungswerkes von 1963 bis 1980 zu nennen, 1965 die Erneuerung des "Schwarzen Kreuzes", 1967 und zuletzt 2002 der Anstrich des "Weißen Kreuzes", 1988 die Errichtung eines Denkmals für den Maler und Freund der Eifel Nicolas Ponsart und seit den 1990er Jahren Fahrten zu Oper- und Operettenaufführungen. 1993 stand nach mehrjährigen Planungen die Renovierung des Stationsweges zur Boxhardt an, wobei vier Stationen am heutigen Prozessionsweg einen neuen Standort fanden und vier neue Tuffsteinreliefs anstelle der zerstörten alten besorgt wurden. 2003 folgte schließlich die Sanierung des abschließenden Kreuzes.

 

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Erneuerung Schwarzes Kreuz 1965   Aufstellung der Wandertafeln 2003  Renovierung Boxhardt 2003

 

Dieser kurze Rückblick macht deutlich, wie die Eifelvereins-Ortsgruppe Altenahr für ihre Mitglieder, aber auch für die Allgemeinheit und hier besonders für unsere Eifelheimat über mehr als 100 Jahre aktiv ist. Das ist sicher das Verdienst der Mitglieder, aber auch der Vorstände, von denen hier die Vorsitzenden genannt werden sollen:

ab 1889 Bürgermeister Steinhauer,
ab 1897 Bürgermeister Frh. v. Korff,
ab 1910 Ehrenbürgermeister Hugo Fabry,
ab 1925 Bürgermeisterei-Obersekretär Friedrich Schmidt,
ab 1956 Hauptlehrer i.R. Franz Boeder,
ab 1960 Jupp Crämer,
ab 1980 Ignaz Görtz,
ab 2003 Franz Josef Reuter.

Die Vorstände und genau so die Mitglieder wissen sich dieser über 1oojährigen Tradition verpflichtet und werden sich bemühen, die bisherige erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.